
Projektbeschreibung
Das Ziel dieses Projektvorhabens ist es, durch den Transfer des wissenschaftlichen und technischen Knowhows aus dem Kompetenzzentrum Algenbiotechnologie (CAB) der Hochschule Anhalt in Köthen in die Wirtschaft die Transformation der Kohleregionen Sachsen-Anhalts sowohl ökonomisch als auch ökologisch zu befördern. Hierzu wird ein Akteurs-Netzwerk aufgebaut, basierend auf bereits in SachsenAnhalt angesiedelten Forschungsinstituten und Unternehmen der Algenbiotechnologie und in enger
Kooperation mit bestehenden Netzwerken (z.B. BioZ) sowie unter Rückgriff auf bereits etablierte Kommunikationsplattformen wie dem Mitteldeutschen Algenstammtisch (MISTA).
Ergebnisse
Netzwerksaufbau und -koordination
Durch die Etablierung des Mitteldeutschen Algenstammtischs (MISTA) sowie den Aufbau und die Aktivitäten des Kompetenzzentrums Algenbiotechnologie (CAB) wurden bereits die Grundlagen für die Vernetzung der Akteure der Algenbiotechnologie im Land Sachsen-Anhalt gelegt. Eine systemstische Erfassung aller Akteure und deren Vernetzung war jedoch mit den bislang vorhanden Personalstellen nicht darstellbar. Durch die nun eingeplanten Stellen im Projektmanagement wird diese bislang von Wissenschaftlern als Zusatzaufgabe abgearbeitete Aufgabenstellung in den Mittelpunkt gerückt. Die Kooperation mit regionalen Netzwerken (BioZ, MISTA), anderen bedeutenden deutschen Initiativen der Algenbiotechnologie (DECHEMA Fachgruppe „Algenbiotechnologie“, Netzwerk „Bioökonomie auf Marinen Standorten“ – BAMS, Abteilung Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft), aber auch der informative Austausch mit internationalen Institutionen (European Algae Biomass Association – EABA, Algae Biomass Organisation – ABO, International Society for Applied Phycology – ISAP) kann nun intensiviert werden, um somit den Wissens- und Technologietransfer von internationaler Ebene zu den in Sachsen-Anhalt initiierten Projekten in Forschung und Industrie zu beflügeln. Das aufgebaute Akteurs-Netzwerk und der dadurch ermöglichte Wissens- und Technologietransfer leistet einen wichtigen Beitrag zum Transformationsprozess in den Kohleregionen.
Wissens- und Technologietransfer
Das zentrale Anliegen des Projektes AlgaHub ist der Wissens- und Technologietransfer. Hierzu wird das benötigte Netzwerk geschaffen. Durch den Austausch zwischen den Mitgliedern und dem Kompetenzzentrum können innovative Ideen generiert und mit dem Kompetenzzentrum gemeinsam weiterentwickelt werden. Um den Wissens- und Technologietransfer effizient zu gestalten, wird das umfangreiche wissenschaftliche und technische Knowhow des CAB systematisch erfasst, gegliedert, dokumentiert und über die webbasierte Wissensplattform den Netzwerksteilnehmern zur Verfügung gestellt. Die interaktive Webpage ist einer der zentralen Transfermechanismen. Die Identifizierung von Anwendungsbereichen der Algenbiotechnologie in etablierten Unternehmen der Region ist ein bedeutendes Aufgabenfeld, dass gerade auch die Ziele der Nachhaltigkeit befördert und bei erfolgreicher Umsetzung Sachsen-Anhalt als Paradebeispiel für einen erfolgreichen Transformationsprozess bundes- und europaweit in den Fokus rücken lässt. Ziel ist die Unterstützung von Unternehmen bei ihren innovativen Vorhaben im Bereich der Algenbiotechnologie durch Neugründung und Ansiedlung von Industriebetrieben in den Kohlerevieren Sachsen-Anhalts deren Wirtschaftskraft zumindest zu erhalten, wenn nicht sogar zu stärken.
Unterstützung von Unternehmen der Algenbiotechnologie
Neben den eher zukunftsgerichteten Aktivitäten wird der Fokus auf die bereits existierenden Algenbiotechnologieunternehmen gelegt. Die Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen war bislang an die Vergabe von Auftragsforschung oder die Einwerbung von Fördermitteln für gemeinsame Projekte beschränkt. Gerade zur Evaluierung innovativer Ideen, aber auch zur Lösung akut auftretender Probleme waren im Kompetenzzentrum weder personelle noch finanzielle Ressourcen vorhanden. Dies soll nun in AlgaHub behoben werden. Durch Identifizierung von Möglichkeiten zur Nutzung der Algenbiotechnologie in anderen Branchen wie der Nahrungsmittel-, Futtermittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie zum einen das Akteursnetzwerk erweitern, zum anderen in der Region tätige Unternehmen (wie z.B. die SKW Stickstoffwerke Priesteritz GmbH) zu Investitionen in Algenbiotechnologieprojekte ermuntern. Die avisierte intensivierte Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IZI soll idealerweise in der Gründung von Startups münden, die die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit in Form von algenbasierten kosmetischen und pharmazeutischen Produkten herstellen und vermarkten.
Weiterbildung und Qualifizierung
Die Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen bilden das Fundament zur Ansiedlung neuer Unternehmen der Algenbiotechnologie, aber auch zur Initiierung von Projekten mit in der Region ansässigen Unternehmen, die unter Rückgriff auf Methoden und Prozesse der Algenbiotechnologie zuvor ungenutzte Stoffströme (nährstoffreiche Abwässer, CO2-haltige Abgase und/oder Abwärme) verwerten. Hierzu werden durch Kooperation mit staatlichen und privaten Berufsfachschulen die Algenbiotechnologie als Bestandteil der Ausbildung von technischen Assistenten und Laboranten etabliert. Die bereits vorhandene Infrastruktur im CAB (u.a. das „Biosolarzentrum“) wird für weitere praktische Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen genutzt, die sich an die Studenten der Hochschule Anhalt, aber auch an die Mitarbeiter von Industrieunternehmen richten. Mit Hilfe der Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen des wird für Sachsen-Anhalt sichergestellt, dass der Transformationsprozess nicht an dem Mangel an Fachpersonal scheitert.
Publikationen
Weitere Publikationen
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