
Projektbeschreibung
Das Ziel des Projektes INNOVALG war es, mittels politischer, publizistischer sowie öffentlichkeitswirksamer Vernetzungsaktivitäten das Forschungsnetzwerk des Kompetenzzentrums Algenbiotechnologie (CAB) der Hochschule Anhalt auszubauen.
Insbesondere sollte hierdurch die internationale Sichtbarkeit der topaktuellen Forschungs- und Innovationsaktivitäten der Hochschule Anhalt gesteigert werden mit dem Ziel einer Beteiligung in einem europäischen Forschungsprojekt im Themenbereich Mikroalgenbiotechnologie.
Während interdisziplinär anwendungsorientierte F&E in nationalen Verbünden mit industriellen und akademischen Partnern im CAB bereits praktiziert wird, sollen die Aktivitäten langfristig
auf europäischer Ebene ausgeweitet werden.
Mikroalgen, die ihre Biomasse mittels Photosynthese aus umweltschädlichem CO2 und ohne Nutzung von Ackerflächen aufbauen, stellen eine wertvolle Rohstoffquelle für die Zukunft dar. Bisher fokussiert sich ihre kommerzielle Nutzung auf wenige Stämme, die in Form ihrer gesamten Biomasse als Nahrungs- und Futtermittel vermarktet werden. Die Wertstoffproduktion
steht noch am Anfang und bedient Märkte für hochwertige Produkte, insbesondere Omega-3-Fettsäuren, Farbstoffe und Wirkstoffextrakte für Kosmetika. Neue Märkte liefern funktionelle
Lebensmittel, Medizinkosmetika, Pharmawirkstoffe/Phytopharmaka, Biokunststoffe, erdölähnliche Rohöle und andere Industrierohstoffe sowie die gesamte Anlagentechnik.
Das CAB an der Hochschule Anhalt verfügt sowohl über die personelle Kompetenz als auch die technische Infrastruktur, um zur wirtschaftlichen Nutzung von Mikroalgen beitragen zu können.
Seit mehr als 20 Jahren stehen hier die biotechnologische Gewinnung verschiedener Wertstoffe (Carotinoide, Omega-3-Fettsäuren, Proteine, Sulfolipide, Biokunststoffe, Kohlenwasserstoffe
u. a.) aus Mikroalgen, die Etablierung neuer Verfahren zur Biomasseproduktion und Aufarbeitung, die energetische Verwertung der Restbiomassen zu Biogas und die Entwicklung
neuer Algenprodukte im Fokus der angewandten Forschung. Das über die Jahre etablierte CAB verfügt über eine eigene Algenstammsammlung mit mehr als 300 Stämmen,
überwiegend Eigenisolate, die im Rahmen von Forschungsprojekten vom Labor- bis in den Pilotmaßstab kultiviert werden. Die Biomasse wird bezüglich ihres Wertstoff-/Wirkstoffpotenzials
untersucht und unter Nutzung des Bioraffinerieprinzips aufgearbeitet. Dabei stehen verschiedene Photobioreaktoren, ein umfangreiches Downstream-Regime sowie zahlreiche etablierte Methoden zur qualitativen und quantitativen Analyse der Algenbiomasse bzw. einzelner Inhaltsstoffe zur Verfügung.
Ergebnisse
Steigerung der internationalen Sichtbarkeit
- Abschluss der Mitgliedschaft in der European Algae Biomass Association, Teilnahme an mehreren Veranstaltungen (Webinars)
- Entwicklung/Gestaltung von CAB-Logo, Flyern und Werbematerialien
- Vortrag zur Fachbeiratssitzung der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH mit Führung durch Algenlabore und Technika, Köthen, 12.05.2022
- Vortrag auf der AlgaEurope Konferenz 7.-10.12.2021 (Web-Konferenz)
- Vortrag und mehrere Poster auf der 7th Conference of the International Society for Applied Phycology (ISAP2020-2021-virtual), Tokyo/Japan, 14.05.- 13. 11.2021
- Vortrag, Poster und Präsentationsstand auf Fachtagung „D•A•CH ALGEN SUMMIT“ (Algenbiotechnologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz), 11./12.10.2021, Wien
- populärwissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit über diverse Interviews im MDR und WDR
Networking
- Eröffnung des Zentrums für Naturstoff-basierte Therapeutika (ZNT)
- Ausrichtung des 1. Mitteldeutschen Algenstammtischs (MISTA) in Köthen
- Ausrichtung des 2. MISTA in Halle auf dem Bürgerforschungsschiff Make Science
Erstellung von Forschungsanträgen im Programm Horizont Europa
Weitere Publikationen
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Algenstämme
- Chlorella sorokiniana KASC 04-05 (SAG 211-8k)
- Scenedesmus vacuolatus KASC 27-11 (SAG 211-8b)
- Leptolyngbya sp. KASC 17-02 (NIVA-CYA 255)
- Botryococcus braunii var. Showa KASC 01-041